Eine wahrlich runde Sache: Der Kontakt des TuS Medebach mit West Lothian

von Josef Drilling

Erstmalig im Jahre 1979 hatte der TuS Medebach Kontakt mit dem schottischen Partnerschaftskreis West Lothian über den Hochsauerlandkreis: Die A­Jugend­Fußballmannschaft des TuS war zu Gast bei der Queensferry High School. Es wurden drei Fußballspiele ausgetragen mit wenig Erfolg für die Hochsauerländer. Das beeinträchtigte aber die neue Freundschaft mit dieser Schule nicht, denn ein Jahr später kam die Mannschaft der High School nach Medebach und machte das Eröffnungsspiel anlässlich der Einweihung des neuen Rasenplatzes.

Edinburgh Military Tattoo 2011: ein unvergessliches Erlebnis für jeden Besucher

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Die Partnerschaft des TuS Medebach verlief bis 1999 regel­mäßig jährlich im Wechsel in Schottland und Medebach. Von deutscher Seite nahmen Jugendliche aus Medebach, Hallenberg, Winterberg, Worbis, Solingen und Kamen teil. Die Unterbringung erfolgte auf beiden Seiten stets in Fami­lien. Das hat sich bewährt, denn die Teilnehmer konnten die Lebensbedingungen in den jeweiligen Familien, die damals noch wesentlich anspruchsloser waren als in Deutschland, persönlich erfahren. Insgesamt haben circa 1ooo Jugendliche und Erwachsene an den Begegnungen teilgenommen.  Kontakt bestand zu folgenden Schulen: in Queensferry, Blackburn, Bathgate und Livingston.

Um Schottland kennenzulernen, fanden Fahrten nach  St. Andrews, Stirling (Stammschloss der Stuarts) Fort William, Edinburgh, Oban, Loch Ness, Aberdeen, Balmorel,  Irvine, Inverness, Glasgow und zu vielen weiteren Orten  und Sehenswürdigkeiten statt.

Josef und Marlies Drilling trafen und treffen sich mit Godfrey und Jean Fairbairn und familiärem Anhang seit vielen Jahren.

Josef und Marlies Drilling trafen und treffen sich mit Godfrey und Jean Fairbairn und familiärem Anhang seit vielen Jahren.

Die Organisation dieser Fahrten lagen auf deutscher Seite überwiegend bei Josef und Marlies Drilling, anfangs bei Franz Wolf, während in Schottland Godfrey und Jean Fairbairn diese organisierten, die auch selbst mit ihren Kindern die Fahrten nach Medebach begleiteten. Als Busfahrer stellten sich Bernd Hellwig, Klaus Müller und Ulrich Hellwig zur Verfügung.

Zahlreiche Veranstaltungen wurden besucht, unter anderem Highlandgames, Tattoo Edinburgh, Schulfeiern und Begeg­nungsabende mit Folklore. Von Medebach aus wurden den Gästen Fahrten in die nähere Umgebung und unter anderem auch nach Kassel, Köln, Worbis, Stukenbrock oder zur Loreley angeboten. Eine Fahrt an die damalige innerdeutsche Grenze hinterließ nachhaltigen Eindruck. Tief betroffen staunten die Schotten, denn so etwas hatten sie noch nie gesehen mitten in Europa. Es war totale Stille im Bus.

Noch heute bestehen zahlreiche Kontakte, sei es per Brief, Telefon, Mail oder durch persönliche Besuche. Im Jahr 2oo9 war eine Gruppe von acht Personen in Schottland. Im Oktober 2o11 waren Godfrey und Jean mit Sohn und Schwiegertochter zu Besuch in Medebach.

Wenn in 2012 das 4o-­jährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert wird, können wir vom TuS Medebach nur Positives berichten. Die Besuche in Schottland haben nicht nur die Jugendlichen beeindruckt. Auch die zu Beginn der Partner­  schaft noch festzustellenden sozialen Unterschiede im Vergleich zu Deutschland waren für unsere Jugendliche sehr lehrreich. Die große Gastfreundschaft in Schottland bleibt unvergessen.