Fahrten der Abschlussklassen – „Ich habe für Schottland gestimmt.“

von Wilfried Gundel

„Eslohes Secondary Modern School und St. Margaret’s Academy – a Catholic comprehensive school in Livingston – are currently developing relationships within the framework of the twinning.“ So ist es im Newsletter der Schule in Livingston im November 1996 zu lesen. Im Jahr bevor eine erste Abschlussklasse der Realschule Eslohe eine Reise nach Schottland in den Partnerkreis West Lothian unternahm.1996 waren denn auch die ersten Kontakte zwischen den beiden Schulen geknüpft worden. Das, nachdem die Esloher Schule eine Verbindung aus den Jahren zuvor mit einer Schule in London aufgelöst hatte. Danach konnten sich die Schüler für ein neues Reiseziel entscheiden „Ich habe für Schottland gestimmt, weil ich dachte, da kommt man ja sonst nicht hin, weil es so weit weg ist“, erinnerte sich im vergangenen Herbst eine junge Frau bei einem Wiedersehen mit einstigen Mitschülerinnen in Eslohe.

Die „Girl Group“ der Abschlussklasse, die 1997 die Premiere-Schottlandfahrt von Eslohe aus unternahm.

Die „Girl Group“ der Abschlussklasse, die 1997 die Premiere-Schottlandfahrt von Eslohe aus unternahm.

Und so unternahm Realschul­- und Englisch­-Lehrer Horst Vielhaber mit Ehefrau Helga im Jahr 1996 noch eine private Informationsreise nach West Lothian. Kontakte bestanden inzwischen bereits mit dem an der St. Margaret’s Academy für die Fremdsprachen zuständigen Lehrer James Forbes.

So stand dann vom 8. bis zum 14. Mai 1997 der erste Besuch aus Eslohe in Livingston an. Vorausgegangen waren schon viele persönliche, schriftliche und fernmündliche Absprachen zwischen Lehrern, dem Kulturamt des Kreises und mit der hiesigen Partnerschaftsvereinigung. Die Schüler selbst hatten sich in Unterrichtstunden auf die Fahrt vorbereitet.

Vor allem an die kleinen Episoden erinnerten sich die jungen Frauen im vergangenen Herbst bei einem Wiedersehen. Etwa daran, dass es für die Schüler ein großes zu klärendes Geheimnis war, was denn der Schotte unter dem Rock trägt. Bei einem Schlossbesuch in Edinburgh schlich sich ein Schüler an einen Wachsoldaten heran und kniete sich hin, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. „Es hat aber nicht geklappt“: Der Wachsoldat entfernte sich von seinem Standort.

Die Abschlussklasse 10a der Realschule Eslohe reiste dann in den Etappen Bus, Schiff, Bus mit den Lehrern Karola Bösing und Horst Vielhaber zur Jugendherberge in Linlith­gow, wo sie von Rektor A.J. Gavin, Kathy McGrath, James Forbes sowie Godfrey Fairbairn (von der Twinning Associa­tion) begrüßt wurden. Begrüßt zu einer allemal spannenden und kurzweiligen Premiere mit gemeinsamen Ausfügen mit schottischen Schülern und vielen weiteren Begegnungen.Während die Schule aus Livingston im Jahr darauf eine Schüler­Gruppe zu einem Gegenbesuch ins Sauerland  nach Eslohe entsandte, fuhren von Eslohe aus noch zwei  Mal Abschlussklassen in den Partnerkreis West Lothian (1998 und 2000). Ein jeweils mit Spannung erwartetes  Unternehmen, das auch nicht ganz billig war. So kostete die Fahrt 500 Mark, und dann kam ja noch das Taschengeld dazu.

Apropos Geld. Eine Schülerin hatte bei einem Kirchen­besuch ihr Portmonee verloren. Sie ging noch einmal zur Kirche zurück und wandte sich mit ihrer großen Sorge an den Küster. Der hatte die Geldbörse denn auch gefunden und bat die junge Esloherin, ihm doch diese zu beschreiben: „Das war ganz schön schwierig, denn da waren Wörter nötig, die ich noch gar nicht kannte“, erinnert sie sich. Doch es gab ein Happy End.

Für Schülerinnen und Schüler der Esloher Realschule kam es in diesem Jubiläumsjahr wieder zu einer Fahrt nach West Lothian. Lehrerin Huberta Eickhoff reiste im vergangenen Jahr mit einer Gruppe der Partnerschaftsvereinigung nach Schottland. Nicht nur, um sich von dem Land beeindrucken zu lassen, sondern auch um Vorbereitungen für die Abschluss­fahrt 2012 zu treffen.