Sportliche Beziehungen Hochsauerland – West Lothian

von Charlie Raeburn

8. August 1986: 40 deutsche Sportler beenden ihren „1000 Lauf“ vom Hochsauerlandkreis. Hier: bei der offiziellen Begrüßung in West Lothian durch Dominic McCauley mit einem Empfang im Hauptsitz des Rates.

8. August 1986: 40 deutsche Sportler beenden ihren „1000 Lauf“ vom Hochsauerlandkreis. Hier: bei der offiziellen Begrüßung in West Lothian durch Dominic McCauley mit einem Empfang im Hauptsitz des Rates.

Bei einem Besuch in West Lothian im September 2004 lud Winfried Stork (CEO Hochsauerlandkreis) Charlie Raeburn (Sport and Recreation Manager, West Lothian Council) zu einem Deutschlandbesuch im Dezember desselben Jahres ein, um mögliche zukünftige Beziehungen zwischen dem Hochsauerland und West Lothian im Bereich Sport zu diskutieren.

Das erste Projekt war eine Wochenend­Studienreise einer kleinen Delegation von Verantwortlichen aus dem West Lothian Council wie auch von sportscotland: Sie machten im Juni 2005 eine ausführliche Tour durch das Hochsauer­land. Zu den betrachteten Angelegenheiten und Praktiken gehörten:

  • Teilnahmebelange für Sport und physische Aktivitäten;
  • Sportvereine der Gemeinden,
  • Zugang zu Schulanlagen durch Sportvereine,
  • Trainer­Ausbildung,
  • potenzielle Bindungen für zukünftige HSK/WLC Sport­Beziehungen.

Als unmittelbares Resultat dieses Besuches

  • machte im Juni 2006 eine kleine Delegation aus dem Hochsauerland eine Studienreise nach West Lothian, um diese Sportoptionen zu überdenken;
  • realisierten Schwimmvereine aus West Lothian mit vereinten Kräften die Teilnahme am jährlichen Interna­tionalen Schwimmfest des SV Neptun, das vom 2. bis zum 5. Juni 2006 im Freibad Arnsberg­Neheim ausgetragen wurde.

Fünfundzwanzig junge Schwimmer zwischen 12 und 15 Jahren aus den verschiedenen Vereinen aus West Lothian reisten mit vier Schwimmtrainern und einem Teammanager nach Deutschland. Sie traten als das West Lothian Swim Team an. Dieser erste Besuch wurde zum Auslöser einiger sehr positiver Veränderungen innerhalb der sieben Vereine und der weiteren Schwimmgemeinschaft.

Speisekarte (speziell für den Besuch des Turnvereins Arnsberg)

Speisekarte (speziell für den Besuch des Turnvereins Arnsberg)

Obwohl die Gruppe nur für zwei Wettkampftage bleiben konnte, machte sie in der SV Neptun­Veranstaltung positive Erfahrungen, insbesondere durch die Vereinigung der Kräfte und Erfahrungen der sieben Vereine. Und dank Sarah Pryde von West Lothian Sport and Recreation Services, die den Ausfug vorbereitet und ermöglicht hat, konnte etwas geschaffen werden, was heute als Swim West Lothian bekannt ist. Die positiven Erfahrungen, die von den Schwimmern, Trainern und Beamten in Deutschland geteilt werden, haben eine kul­turelle Veränderung in West Lothian bewirkt: Es entstand die Vision, dass durch Kooperation und Zusammenhalt West Lothian seinen Eliteschwimmern ein Prof training ermög­lichen und gleichzeitig die lokalen Wurzeln und Identitäten der Schwimmvereine beibehalten kann.

Die folgenden Besuche von Swim West Lothian zwecks  Teilnahme an den SV Neptun­-Veranstaltungen in den Jahren 2008, 2010 und 2011 zeigten die Verbesserung der Schwimm­leistung der Schwimmgemeinschaft aus West Lothian. Nach­dem Swim West Lothian 2010 knapp die Top Club-­Auszeichung verpasst hatte, wollten wir sicher­stellen, dass wir die Trophäe dieses Jahr nach Hause bringen und traten mit der größten Mannschaft bisher an: Sechs Mit­arbeiter und 46 Schwimmer zwischen 11 und 17 Jahren.

Aktuell diskutieren Swim West Lothian und der SV Neptun die Möglichkeit eines Besuches in West Lothian im Jahr 2012. Es wird auch in Erwägung gezogen, die Beziehungen zwischen den einzelnen Vereinen im Hochsauerlandkreis und in West Lothian auszubauen, vielleicht auch zwischen den langjährigen Schwimmern (Masters). Wir haben auch erkannt, dass wir die Zeit fnden müssen, die Beziehungen von den reinen Schwimmwettbewerben in Richtung sozialer und kultureller Erfahrungen zu erweitern.

Mögliche zukünftige Projekte wären u.a.:

  1. Eine jährliche/halbjährliche Veranstaltung, die eine Palette von 5 Sportarten oder Aktivitäten vereint. Diese Aktivitäten könnten im Wechsel eingebracht werden, sodass Vereine die Möglichkeit haben, ihre eigenen Beziehungen aufzubauen;
  2. Gemeinsame Projekte – z.B. die Entwicklung von Pro­grammen im Bereich Jugendarbeit (diversionary activity);
  3. Gemeinsame Seminare: Trainerausbildung, Wegführer Vereinsentwicklung.

Sorge bereitet hierbei u.a. sicherlich die Notwendigkeit der zumindest teilweisen Finanzierung einiger dieser Aktivitäten.